Wo die Teppiche noch fliegen dürfen


Die Leichtigkeit des Alterns

Für einen Teppichwäscher sind die meisten Teppiche lediglich Gebrauchsgegenstände. Kein Wunder: fast alle werden auch täglich mit Füssen getreten (mit Ausnahme natürlich der Wandteppiche).

Doch dann gibt es auch noch vereinzelt schöne Teppiche, die gehegt und gepflegt werden und einer ganz speziellen Reinigung bedürfen

Aber die wenigsten Teppiche, die gehegt und gepflegt, die sorgfältigt gereinigt und restauriert werden, schaffen es schlussendlich ins Museum.

Und die allerwenigsten schaffen es in die weltberühmte Schausammlung des MAK, die vollkommen neu gestaltet wurde

Man entschwebt in einen leicht abgedunkelten Raum, in dem alle Teppiche zu fliegen scheinen. Kein Teppich liegt am Boden, kein Teppich hängt an der Wand. Zahllose dünne Stahlseile halten die Teppiche in den Lüften. Es entsteht eine Leichtigkeit, als hätten die alten Stücke niemals den Boden berührt. Mit einem völlig neuen, ungewöhnlichen Gestaltungskonzept entführt die MAK-Schausammlung Teppiche ab 8. April 2014 in die stille Faszination der Teppichkunst. Eine Auswahl von über dreißig Exponaten gibt einen eindrucksvollen Einblick in die hochkarätige Teppichsammlung des MAK, die mit einem Schwerpunkt auf einzigartige persische und mamlukische Teppiche des 16. und 17. Jahrhunderts zu den berühmtesten und wertvollsten ihrer Art weltweit zählt.


Auch Engel können fliegen

Und, weil alles so schön fliegt und schwebt, hat ein Engel an der Decke seine Flügel entfaltet. Eine schwebende Installation symbolhafter Qualität der türkischen Künstlerin Füsun Onur, die sie eigens für die neue MAK-Schausammlung Teppiche entwickelt, interagiert subtil mit der Neupräsentation. Das von der Künstlerin mit einem Motiv eines weiblichen Engels bestickte, großformatige Textil liest sich als poetische Referenz an das Spannungsverhältnis zwischen kulturellen und religiösen Vorstellungen und erzeugt gleichzeitig eine Sensibilität für deren Ambivalenz. Onur schafft dabei eine Sphäre für subjektive Erfahrung und Verinnerlichung, losgelöst von ideologischen Weltinterpretationen.

Es ist eine Engelsfigur, die sich vollkommen in der Fläche auflöst.

Ein Tipp: noch nie war es so einfach fliegende Teppiche zu bewundern.

Copyright Fotos: MAK/Rupert Steiner; MAK/Georg Mayer


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