Trockenfäule in Teppichen und Einrichtungsgegenstände


Ältere Textilen und Einrichtungsgegenstände, insbesondere solche mit Zellulosefasern wie Baumwolle, Flachs (Leinen), Jute und ähnliche Fasern, können langsam im Laufe der Zeit zerfallen ­ manchmal über Jahre oder Jahrzehnte. Sehr lange und langsam, aber unaufhaltsam führt die Verschlechterung und Schwächung der Fasern zu möglichen Schäden, die als Risse, Löcher, Schlitze oder andere strukturelle Schäden im Gewebe oder Teppich sichtbar werden. Es kann einige Jahre oder sogar Jahrzehnte dauern, bis die Trockenfäule sich zeigt; manchmal 40 ­ 50 Jahre oder mehr. Die falsche Bezeichnung „Trockenfäule" impliziert, dass eine Verrottung oder Schädigung ohne Feuchtigkeit erfolgt ist, wohingegen der Schaden irgendwann früher durch Einwirkung von Nässe und Mehltau eingetreten ist.
Es ist offensichtlich, dass, obwohl gegenwärtig „trocken", es Bedingungen gegeben hatte, unter denen, es an den festgestellten oder kleineren Stellen feucht war, sodass dort Pilzsporen wachsen konnten. Einmal trocken, sind das Ergebnis geschwächte Fasern, die leicht gebrochen werden können und doch trocken erscheinen, sich anfühlen und anhören.
Eine Bedingung, die vermutlich zum Befall durch „Trockenfäule" beigetragen hat ist, dass irgend wann früher unkontrolliert Nässe über einen langen Zeitraum eingewirkt hat. Typisch hierfür ist die Stelle im Teppich unter einem Blumentopf, besonders jenen Blumentöpfen, die aus Ton gemacht sind. Diese können Feuchtigkeit und Wasserdampf in den Teppich übertragen.
Ein weiterer Faktor können Rückstände, wie sie typisch für Haustierflecken sind, im Teppichgrundgewebe sein. Der Aufbau von Salzen aus dem Haustierurin ist hygroskopisch und damit „feuchtigkeitanziehend" und hält die betroffenen Bereiche des Teppichs über einen langen Zeitraum leicht feucht. Dieser Umstand im Gewebe kann dazuführen, dass Feuchtigkeit aus der Luft sich im Teppich bzw. den Fasern anreichert. Das Ergebnis ist ein langsamer, aber kontinuierlicher Prozess von Pilzwachstum und damit verbundener Verschlechterung der betroffenen Fasern, Garnen und Teppichen oder Geweben. Teppiche die unter diesen Bedingungen leiden riechen oft bei schwülem Wetter.
Am häufigsten tritt die Schädigung durch „Trockenfäule" bei Zellulosefasern, die oft als Grundgewebe bei geknüpften Teppichen und einigen gewebten Teppichen Verwendung finden, auf. Obwohl der Teppichflor oder das Oberflächengarn Wolle oder eine andere Faser ist, ist es der Teppichrücken oder das Grundgewebe, die mehr oder weniger beschädigt sind. Der andauernde Zustand der „Trockenfäulnis" zeigt sich nicht durch äußerliche oder sichtbare Merkmale, während der Schaden langsam größer wird. Das passiert erst, wenn der eigentliche Schaden passiert ist, ein Umzug oder ein Transport des Teppichs bringt den Schaden dann ans Licht.
Aber möglicherweise wird das betroffene Garn steifer, weniger biegsam und eventuell wird das Garn zerbrechlich. Dieser spätere Zustand führt typischerweise zu einem subtilen aber bestimmten „brechenden" oder „knackenden" Geräusch wenn, zum Beispiel ein älterer Teppich mit den Händen geknickt oder gerollt wird. Sehr feine Qualität, sehr dichte oder eng geknüpfte Orientteppiche sind besonders anfällig für diese Schäden. In fortgeschrittenem Stadium, kann bloses Anheben oder Bewegen des Teppichs zu Schlitzen, Rissen oder Löchern im Grundgewebe des Teppichs Teppichbodens oder Gewebes führen. Diese Schäden sind nicht üblichen oder normalen Gebrauchs bedingt, sondern durch den fortschreitenden „stillen" Schaden, der Jahre zu vorher eingetreten ist.
Unglücklicherweise gibt es kein Heilmittel diesen fortschreitenden Alterungsprozess der befallenen Fasern umzukehren. Der Schaden ist bereits passiert und eingetreten aufgrund der während des Gebrauchs vorherrschenden Bedingungen. Die Vorbeugung ist eine vorsichtige, vollständige professionelle Teppichwäsche, und dann eine zusätzliche Reparatur, um den sichtbaren Schaden zu beseitigen bzw. das Gewebe zu verstärken. Eine antimikrobielle / antifungiale Behandlung zur Verhinderung einer weiteren Verschlechterung kann ebenfalls erfolgen. Aber es gibt keine Versicherung, dass die „Trockenfäulnis" nicht wieder an der selben oder einer anderen Stelle des Teppichs oder textilen Gewebes in Zukunft wieder auftritt.


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